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Meine ehrenamtliche Tätigkeit für den evangelischen Gemeindebrief in Hünxe

Veröffentlicht am 10.09.2020

Dieser Artikel erscheint erst im nächsten Gemeindebrief! Ich möchte euch nur einen kurzen Vorgeschmack geben!

 

Glocken

Glocken. Mit diesem Begriff assoziiert wohl jeder die magische, vorweihnachtliche Zeit. In dieser ist alles herrlich geschmückt. Der Duft von Zimt und Plätzchen verströmt die Umgebung. Schokoweihnachtsmänner mit Glöckchen werden vernascht. Von überall ertönen Weihnachtslieder wie „Kling Glöckchen“. Viele Menschen strahlen eine gewisse Wärme aus und alle warten gespannt auf Heiligabend, wenn das Christkind mit der Glocke die Bescherung einläutet.

Wer sich mit der Entstehungsgeschichte der Glocken näher befasst, wird feststellen, dass diese ganz profan erst einmal als Musikinstrument – so wie wir sie auch heute kennen – genutzt wurden. In China dienten sie circa 500 vor Christus sogar als eine Art Messbecher für Reis.

Schon in der Bibel finden sich im Alten Testament erste Anzeichen dafür, dass Glocken als kleine Glöckchen an der Kleidung von ehrenhaften Personen getragen wurden. „An seinem Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpurund aus Kermesin, an seinem Saumringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum." (Ex 28,33) Vermutlich, damit man sie schon aus der Ferne hören konnte und verehrte. Zudem sollen es 12 Glöckchen gewesen sein. Diese Zahl hat im Judentum Symbolcharakter und weist auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde hin.

Im Mittelalter, vor über 500 Jahren, also der Zeit Martin Luthers, gab es bereits zu fast jeden weltlichen sowie kirchlichen Anlass eine bestimmte Glocke. Dazu zählten exemplarisch die Gottesdienst-, Friedens-, Wetter-, Pest-, Stadt- und Revolutionsglocke.

Eigentlich hat sich aus der Perspektive bis heute nicht viel verändert. Wenn damals die Gemeinde vor der Pest und dem damit einhergehenden schwarzen Tod gewarnt wurde, so läuten sie heute in der Zeit des Corona-Lockdowns, als Danksagung an alle Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Verkäufer, Paketzusteller, Lkw-Fahrer und sonstigen Menschen, die in dieser Krise einen „Knochenjob“ bewältigen.

Gut, wir benötigen keine Wetterglocke mehr, dafür gibt es Apps. Oder eine Stadtglocke, in der Hinsicht haben wir uns technisch weiterentwickelt.

Allerdings rufen die Glocken auch heutzutage zum Gottesdienst und Gebet auf. Verstorbene werden überläutet. Damit ehren wir sie nicht. Jedoch werden Christen um Fürbitte gebeten. Zu bestimmten Uhrzeiten wird ebenfalls geläutet, weil unsere Zeit in Gottes Händen steht. Dies ist ein Zuspruch des Evangeliums.

Selbst Paulus schrieb in seinem 1. Brief an die Korinther 13,1: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, eine klingende Schelle (Glöckchen)." Eine Glocke muss demzufolge Liebe und Wärme, also die christliche Botschaft der Nächstenliebe in ihren Klang verbreiten.

Doch was machen die Menschen daraus?

Glocken galten leider verstärkt als eine Art Machtsymbol. Damals – damit begeben wir uns in eine Zeit vor dem Ende des 19. Jahrhunderts – war die gesetzlich, einheitlich geregelte Uhrzeit leider noch nicht gegeben. Zu dieser Ära nutzte die Bevölkerung ihre ortseigene Sonnenuhr und läutete ihre Kirchenglocken nach dieser. Die Bewohner konnten so die Zeiten abschätzen. Doch, wenn beispielsweise zwei Dörfer nebeneinander lagen und die Glocken nicht gleichzeitig läuteten, so wurde darum gestritten, wessen Uhrzeit die Richtige sei. Das artete in einem regelrechten „Wettgebimmel“ aus. Da war es vorhersehbar, dass die Kirche mit den größeren Glocken gewinnen musste. Aus Wut hetzten die Kleineren ihnen – so wie damals noch geglaubt wurde – den mit dem Gewitter verbundenen Teufel zu. Jedoch wurden dadurch öfters Glöckner vom Blitz erschlagen.

Was geschah in den Kriegszeiten?

Glocken wurden enteignet, um noch mehr Stahl oder Blei für militärische Machtkämpfe zu erwerben. Als wenn das noch nicht genug wäre, so wurden sie geschmolzen, um daraus Kanonen herzustellen. Diese flogen laut durch die Luft und ließen Menschen in Angst und Schrecken versetzen, Todesschreie ausschreien. So wurden aus den christlichen, wohlklingenden Glocken, teuflische, laut schrillende Waffen. Während und nach dem Ersten samt Zweiten Weltkrieg gab es sogar einen Glockenfriedhof. Dort landeten Glocken, welche sich die Nazis zu Eigen machten. Reichte die Zeit nicht mehr bis zum Kriegsende, um diese einzuschmelzen, so kamen einige Glocken wieder zu ihren Kirchen zurück.

Ein paar Fakten: Der Erste Weltkrieg zerstörte allein in Deutschland 70.000 Glocken. Der Zweite forderte sogar 80.000. Insgesamt konnten nur 16.000 Glocken bis zum Jahre 1952 gerettet werden.

Aber: Das Gute daran ist, dass Glocken sich über Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende erhalten haben. Sie kämpften sich durch die Pest und Kriege. Sie offerieren uns Hoffnung! Alles geht weiter! Nach einer noch so schlimmen Zeit folgt auch wieder etwas Gutes! Dies sollten wir – gerade in Corona-Zeiten – beherzigen.

© Dorothea Kolm

 

Quellen:

Aus dem Internet:

https://www.glockenmuseum-stiftskirche-herrenberg.de/ [Stand:10.09.2020]

https://www.planet-wissen.de/kultur/architektur/glocken/index.html [Stand:10.09.2020]

http://www.glocken-online.de/kultur/geschichte.html [Stand:10.09.2020]

http://www.kirchenglocken.de/Kirchenglocken_de/Willkommen/Mythos_Glocke/mythos_glocke.html [Stand:10.09.2020]

https://www.evangelisch.de/inhalte/148080/08-01-2018/glockensachverstaendiger-gerd-hennecke-kulturgeschichte-gelaeut [Stand:10.09.2020]

 

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